TBS Tango – Ein kurzer Überblick


Es ist mal wieder soweit: Team BlackSheep hat ein neues Produkt auf den Markt geworfen: Die Tango. Hierbei handelt es sich um eine Fernsteuerung im Gamepad-Stil, die mit einem eingebauten Videoempfänger inkl. Monitor daher kommt.

Vielen Dank an Team BlackSheep, dass sie mir dieses Schmuckstück für meinen Blog zu Verfügung gestellt haben! Bestellen könnt Ihr die Fernsteuerung direkt bei Team-BlackSheep oder bei den üblichen Zwischenhändlern.

Die TBS Tango hat kein eigenes, internes HF Modul, besitzt hierfür aber einen JR-Modulschacht (FrSky Taranis), in den diverse Module gesteckt und genutzt werden können. Es wird das Crossfire System empfohlen, jedoch ist der Modulschacht für alle Module nutzbar.

Um dies zu gewährleisten, sind diverse Protokolle für diverse Hersteller (FrSky, Spektrum) bereits jetzt implementiert. Zusätzlich ist ein einfacher PPM Ausgang vorhanden, um alle anderen Module (Orange DSMX, Graupner, EzUHF) zu nutzen.

Was wird geliefert

Im Paket der TBS Tango sind folgende Dinge enthalten:
TBS Tango- im paket

  • Die Fernsteuerung
    • Eingebauten Empfänger
    • 5dBi Patchantenne
    • Li-Ion 18650 3.6V 6000mAh Akku (ohne Batterie-Upgrade*)
  • RJ45 -> Fatshark Kabel
  • Sender Band

Der erste Eindruck

Die Verarbeitung ist gut – jedoch gibt es einige Stellen, an denen ich mit einer feinen Feile nacharbeiten muss:

TBS Tango- Verarbeitungs probleme
Um den Einschalter herum steht auf der einen Hälfte ein starker Grad über, auf der anderen Hälfte fühlt es sich auch nicht sauber an. An der linken Seite der Steuerung steht die obere (silberne) Gehäuseschale etwas über, was sich auch nicht besonders wertig anfühlt. Selbiges gilt auch für die rechte Seite, jedoch ist es hier nicht so „stark“ ausgeprägt.

Und sonst…

fühlt sich die TBS Tango sehr gut in der Hand an.

Das Wichtigste: die Fernsteuerung liegt sehr gut in meinen Händen und die Sticks fühlen sich angenehmen sanft an! Wie sich die Sticks in ein paar Monaten anfühlen, bleibt abzuwarten. Ich bin hier jedoch zuversichtlich, dass sie sich nicht nach kurzer Zeit wie Schmirgelpapier anfühlen.

Am besten liegt sie, wenn man mit zwei Fingern (Pitcher) steuert. Die Daumensteuerung ist bei größeren Händen jedoch auch kein Problem. Durch die schrägen Seiten liegen die Handballen beim Pitchen sehr angenehm auf der Tango

Im Vergleich zu meiner FrSky Taranis

Ich nutze meine Taranis plus nun schon seit Anfang 2015 und bin daher einen schmalen Griff mit der Notwendigkeit für lange Finger gewohnt. Dementsprechend seltsam hat sie sich anfangs angefühlt – obwohl sie nicht wirklich breiter ist. Alleinstehend sieht sie, durch die asymmetrische Form, riesig aus.

TBS Tango- vergleich zur taranis

TBS Tango- vergleich zur taranis 2

Das Gewicht ist dem der Taranis sehr ähnlich. Selbiges gilt auch für die Lebensdauer des Akkus. Ich nutze einen 3s 2600mah LiPo, der mit dem Crossfire bei 25mW etwa 4-5h durchhält.

Die Laufzeit mit angeschlossener Fatshark Dom V2 inkl. DVR lag bei meinem ersten Test bei rund 3 Stunden – jedoch war der Akku auch nicht komplett geladen.

Die Antenne

Die kleine Patch Antenne, die in der Front verbaut ist, sorgt für ein sehr gutes Bild. Der Empfang ist auch durch einige Wände innerhalb der Wohnung noch sehr gut nutzbar – jedoch muss man hier schon etwas mit der Ausrichtung der Antenne aufpassen.

Wen das stört, der kann die integrierte Antenne mit einem U.FL IPX-> RP-SMA Adapter austauschen und eine Antenne seiner Wahl außerhalb der Tango nutzen.

Der JR- Modulschacht…

ist etwas zu groß. Das Crossfire JR-Modul wackelt nach dem Einrasten im Schacht etwas herum. Bei der kleinen Crossfire Antenne ist das kein großes Problem.
Bei meinen Orange LRS und EzUHF war das Wackeln nicht so stark ausgeprägt bzw. nicht vorhanden. Eventuell ist mein Crosssfire- Adapter nur etwas zu klein.

Als Protokolle bietet die Tango aktuell folgende Modi an:

  • PPM 8 Kanäle
  • PPM 10 Kanäle
  • D16 (FrSky)
  • D8 (FrSky)
  • Spektrum
  • CRSF

Die Anschlüsse

Die TBS Tango hat auf der Unterseite 3 Anschlüsse für USB (laden + Firmware Update), TBS Port (für die FPV Brille – PnP mit einer Fatshark Brille) und eine DSC-Trainerbuchse.

TBS Tango- anschlüsse

Der TBS Port ist eine RJ45 Buchse, über die alle relevanten Signale zur Brille übertragen werden. Zusätzlich werden noch 12V bereitgestellt – hierdurch entfallen endlich die schweren Fatshark LiPos am Kopf. Einziger Nachteil: der, in die Faceplate integrierte Lüfter wird nicht mehr versorgt.

Da ich den TBS Port bereits seit einigen Jahren an meiner TBS 2.4g Groundstation nutze, habe ich mir hierfür einen 950mAh 2S LiPo von Hobbyking zugelegt. Dieser stört nicht beim Tragen und reicht für 5-6h beschlagfreie Sicht. Ich werde aber nun in der nächsten Zeit hierfür ein kleines BEC verbauen, um den Akku einzusparen und direkt an die 12v Line zu gehen.

Das Kabel selbst ist extrem leicht und fällt, im Gegensatz zu dem Fatshark eigenen, am Kopf nicht auf. Für meinen Geschmack ist es etwas zu lang – jedoch gibt es nur eine Länge und für eine Groundstation ist sie perfekt und man kann es selbständig einkürzen oder sein eigenes bauen.

Monitor und Videoempfänger

Der größte Unterschied zu anderen Fernsteuerungen ist der eingebaute Monitor mit Videoempfänger.

Es wurde ein matter Monitor verbaut, der sich auch bei direkter Sonneneinstrahlung noch sehr gut erkennbar ist.
Der Scanner hat 3 Modis:

  • manuell (A- E Band)
  • automatisch (A- E Band)
  • automatisch (jedes MHz einzeln)

Mit dem Update auf die Firmware V 1.04 kommt auch noch das F- Band (Raceband Low) dazu.

Durch Druck der „UP“ Taste wird der einstellbare Home-Kanal wieder angefahren. Dies macht die Nutzung, wenn man auf allen Modellen den selben Kanal nutzt, sehr einfach und komfortabel.

Anlegen eines neuen Modells

Team BlackSheep gibt an, dass man ein neues Model innerhalb von 3 Minuten anlegen kann. Ich selbst habe es innerhalb von einer Minute geschafft. Es gibt, abgesehen vom Namen, nur den FC Typ einzustellen. Bei einer DJI Naza kommt noch die Belegung des Flugmodi- Schalters dazu (es wurden die Servowege bereits voreingestellt).

TBS Tango- neues modell

Das Tempo liegt zum einen an dem Drehschalter (Spectrum Typ), der die Navigation sehr intuitiv und einfach gestaltet. Zum anderen müssen/können keine Mischer & co eingestellt werden. Und hier kommt schon eine Limitierung zum Tragen:

Für Nuri / V-Tail Piloten ist hier ohne eine FC schon Schluss. Für einen Nuri soll evtl. noch ein fertiger Mischer hinzukommen. Da mittlerweile die FCs immer kleiner und günstiger werden, ist das kein großes Problem.

Es wurden alle Einstellungen wie Expo, Mischer usw. auf die FC abgewälzt. Dies macht auch Sinn, da so das Signal, bevor es die FC passiert, nicht verfälscht wird. Die meisten Piloten erledigen dies bereits jetzt schon auf diese Weise.

Das Resümee

Kurz und einfach gesagt: genial!

Auch wenn die Optik anfangs etwas gewöhnungsbedürftig ist, bin ich hellauf begeistert von der TBS Tango. Sie liegt gut in der Hand, die Sticks fühlen sich sehr sanft an und ich kann mir endlich den großen LiPo für die Fatshark sparen.
Dies ist, für mich persönlich, der größte Vorteil: ich benötige nicht mehr das Fatshark Modul für den Empfang und auch der Akku entfällt. Für eine kleine Trainingsrunde mit meinem Bonsai benötige ich nun nur noch die Fernsteuerung, mein Modell und ein paar Ersatz-Akkus.

Was ich mir wünschen würde…

ist ein eingebauter DVR. Von Seiten TBS hieß es hier, dass man ja bereits einen in der Brille verbaut hat. Das stimmt nur für die Fatshark Dom Modelle. Bei einer Quanum und ähnlichen ist kein DVR verbaut. Selbiges gilt auch, wenn man nur den Monitor allein nutzt. Jedoch kann man in diesem Fall einen Mini DVR an den TBS Port stecken und mit etwas Klettband auf die Rückseite kleben – nicht schön, aber zweckmäßig.


2 Antworten zu “TBS Tango – Ein kurzer Überblick”

  1. Über die Funktion mag ich nicht urteilen, dafür besitze ich die Tango nicht. Ein Kumpel hat sich die zugelegt und ich habe sie mal in der Hand gehalten. Die Verarbeitungsqualität ist in meinen Augen nicht gut. Das Gehäuse hat Dellen und sieht billig aus. Die Steuesticks lassen sich ganz leicht rausziehen. Und das zu dem Preis.

    • ja, die verarbeitungsqualität ist „china-kopie-durchschnitt“.
      ich bin auch etwas enttäucht- das agnze hängt aber acuh stark von der hardwarerevision ab.
      ich hatte eine v1.0 und eine v1.3 in der hand und bei beiden waren unterschiedlich starke mängel festzustellen.

      nach rund 2 monaten im gebrauch muss ich aber sagen, dass die fehler nicht mehr auffallen.
      ja, dass ist keine entschuldigung für das qualitäts/ preis verhältniss.

      aber ich mag das gute stück nicht mehr missen.
      der scanner / vrx ist richtig gut, die sticks fühlen sich sanft an und die laufzeit- mit brille ist auch mehr als ausreichend- zumal man nebenbei laden kann.

      alles in allem eine geschackssache.
      ich würde, wenn du dir den kauf überlegst, noch auf die nächste revision warten. da sollten dann 90% der mängel behoben sein.

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